Warum werden wir bei Musik emotional?

Filed in News by on 5. Februar 2015 0 Comments

Gänsehaut, Glücksgefühle, Tränen – aus Freude oder Trauer – all das erzeugt Musik. Oftmals ist uns gar nicht klar, warum sich von einer Minute auf die andere unser Gemütszustand ändert. Musik kann dabei ein entscheidender Faktor sein, da sie erheblichen Einfluss auf die menschliche Psyche nimmt. Doch warum ist das eigentlich so?

Zunächst einmal sind Geschmäcker natürlich verschieden, besonders bei Musik. Zwei Personen können auf das gleiche Musikstück unterschiedlich reagieren. Dabei hängt die Reaktion zunächst von der individuellen Bewertung der Musik als positiv oder negativ ab. Neben den Geschmäckern, ist diese Bewertung der Musik auch durch die Situation bedingt, in der die Person gerade steckt und natürlich dadurch, ob sich die Person gerade auf das aufmerksame Zuhören einlassen kann.

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Musik entspannt Körper und Seele

 

Wenn Musik nämlich die Konzentration stört und man gerade eine Aufgabe zu bewältigen hat, so kann Musik als nervig abgestempelt werden und die Person stressen, obwohl das Stück in einer anderen Situation als sehr angenehm empfunden werden würde. Wiederum andere Menschen sind unter Einfluss von Musik effizienter, sodass Musik während der Arbeit oder des Lernens positiv bewertet wird.

Wie Musik auf den Menschen wirkt

Musik Emotionen WirkungEntspricht die Musik unserem Geschmack und gilt sie als „positiv“, können wir uns auf sie einlassen. Ganz unbewusst wird dabei unser Körper beeinflusst. Bei fröhlichen Stücken fangen wir z.B. an zu lächeln und empfinden Glücksgefühle. Das ist praktisch unvermeidbar, da der Zustand des Körpers zwangsläufig die Hormonausschüttung beeinflusst, auch wenn die Situation der Person eigentlich einen anderen Gemütszustand zur Folge haben müsste. Wer längere Zeit lächelt, sorgt für Ausschüttung von Glückshormonen, auch wenn erst vor kurzer Zeit ein Familienmitglied gestorben ist. Genauso verhält es sich umgekehrt – alles steht in Wechselwirkung zueinander.

Think Positive“ und „lächele doch mal, dann geht’s dir besser“ sind daher gar keine schlechten Ratschläge. Wer in einer schwierigen Situation steckt, kann allein durch die richtige Musik und positives Denken zumindest seine Psyche davor bewahren unter den äußeren Einflüssen zusammenzubrechen. Ruhige Klänge sorgen z.B. dafür, dass das Hormon Noradrenalin ausgeschüttet und der Stress-Level herabgesetzt wird. Deswegen kann Musik auch im medizinischen Bereich, bei Depressionen oder anderen psychischen Krankheiten, eingesetzt werden, aber dazu später mehr.

Erinnerung an Erlebnisse durch Musik

Musik mit Erinnerungen zu verknüpfen ist für viele alltäglich. Man erinnert sich zurück an den Tag, an dem man ein Stück zum ersten Mal hörte. Oder man schwelgt in Erinnerung an den Sommer nach dem Abitur, in dem man „dieses eine Lied“ rauf und runter gehört hat. Genauso sieht es bei Paaren aus, wenn sie einen „gemeinsamen Song“ haben. Das Lied wird automatisch mit Gefühlen verknüpft, an die man sich auch Jahre nach einer Trennung noch erinnert. Ein Studie dazu veröffentlichte das Music Research Institute von der University of North Carolina im Fachjournal Nature.

Paar Musik Erinnerung

Gemeinschaftsgefühl durch Musik

Musik schafft Gemeinschaft, sie bringt Menschen zusammen und sorgt dafür, dass eine ganze Gruppe ähnliche Gefühle zur gleichen Zeit empfindet. Manche Stücke vermitteln eine bestimmte Botschaft, zu anderen wird gemeinsam getanzt.

Besonders bei (EDM-)Festivals drückt sich das Gemeinschaftsgefühl der Anhänger einer Musikrichtung aus.

Musik und Gehirn

Nicht nur das Hören von Musik, sondern auch das Musizieren selbst beeinflusst maßgeblich unser Gehirn. Vor allem Kindern profitieren stark von musischer Betätigung. Es werden soziale Kompetenzen (beim gemeinsamen Musizieren), die Konzentrationsfähigkeit und die Motivation gesteigert. Denn das Belohnungssystem wird angesprochen, da die Kinder schnell und kontinuierlich Fortschritte machen, die mit Wohlklang belohnt werden.

Aber auch nach dem Kindesalter wirkt Musizieren noch auf das Gehirn. Es „hält fit“, weil der Denkapparat ständig mit neuen Dingen beschäftigt ist und die Feinmotorik beansprucht wird und im Alter beugt Musizieren höchstwahrscheinlich Demenz-Erkrankungen vor. Eine Studie hat zudem ergeben, dass gesungener Lernstoff eher behalten wird, als das simple Pauken. Ein gutes Beispiel im Fach Biologie ist dafür der „Mitosesong“ (Link zu Youtube).

Musik als Therapiemittel in der Medizin

Die starke Wirkung der Musik machen sich auch Mediziner zunutze. Musik wird dabei unterstützend in Therapien wie:

  • Schmerztherapie
  • Psychotherapie (neurologische Rehabilitation)

eingesetzt.

Ein Video zum Abschluss

Musik bewegt – in egal welchem Alter. Dieses 10 Monate alte Baby versteht höchstwahrscheinlich nicht den Text des Stückes, das ihm die Mutter vorsingt. Genauso wenig hat es sich mit Musiktheorie beschäftigt und trotzdem ist die emotionale Reaktion sehr stark. Ein faszinierendes und herzerwärmendes Video:

Über 

Ich bin EDM-Fan seit meiner Jugend, habe mich zwischenzeitlich mit eigenen Produktionen beschäftigt und das EDM Magazine Germany gegründet. Meine Lieblingsrichtung ist Progressive House.

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